Oder: Wir sind am Start und die Welt ist groß Wir ham’ kein Ziel, aber wir fahr’n los unser Zug ist abgefahr’n doch wir sitzen drin Niemand kann ihn stoppen, wir werden weiterrocken ..

Montag, 22. August 2011

Dali 20.07. - 21.07.2011


nach einer relativ kurzen fahrt (mittlerweile sind 5 stunden bus fahren gar nichts mehr für uns) erreichten wir die ehmalige backpackerhochburg dali, gelegen an dem erhai see. die altstadt von dali ist umzäunt von einer dicken alten stadtmauer und besteht aus vielen kleinen alten häusern in den unzählige shops, restaurants und hotels untergebracht sind. trotz der massen an meist chinesischen touristen hat dali einen liebenswerten alt-hippi-charm und wir fühlten uns in unserer neuen heimat für zwei tage pudelwohl.


beim schlendern durch die gassen wurde uns unendwegt von alten, traditionell gekleideten frauen gras angeboten. immer wenn sie fabi mit seinen rausche-bart und den mittelerweile längeren haaren sahen, sprangen sie auf und flüsteretn ihm "ganja ganja" ins ohr! hahahaha-herrlich!!!! das dealen hier hat mal stil! die meist älteren damen gehören der volksgruppe der bai an. Die bai sind eine durch die Volksrepublik China anerkannten Volksgruppe und leben größtenteils im autonomen bezirk Dali. uns errinerten die trachten ein bisschen an die tibetischen.


am nächsten tag liehen wir uns fahrräder aus und führen stundenlang durch die kleinen dörfer, reisfelder und am see entlang. dabei wurde uns schnell klar woher die alten dealerinnen ihr dope her haben, überall am straßenrand wachsen die dicken hanf-büsche.
schweren herzens verließen wir am nächsten morgen dali und fuhren mit einem echten deluxe express bus nach kunming der hauptstadt der provinz yunnan.














Donnerstag, 18. August 2011

Tigersprungschlucht 18.07. -19.07.2011

von emai nahmen wir den nachtzug nach panzhihua. leider gab es für diese fahrt keine schlafplätze mehr. mittlerweile hatten in china die schulferien begonnen und nun war halb china auf den beinen und zog mit bus und zug durchs land. da wir nicht noch länger in emai warten wollten, entschlossen wir uns die hard-seater-plätze zu nehmen. zwölf lange stunden auf sehr harten unbequemen sitzen, umringt von hunderten lauten chinesen und das auch noch nachts. die fahrt war wirklich anstrengend.


an schlafen war nicht wirklich zu denken. viele chinesen hatten nur stehplätze, zwängten sich dann zu anderen auf die sitze oder legten sich in die gänge. nach kurzer zeit war der wagong unfassbar dreckig. es wurde auch wieder überall geraucht, die ganze zeit rumgebrüllt, ein älterer herr hatte sogar 3 tote hühner dabei... echt 'ne krasse erfahrung. aber auch die fahrt verging dann irgendwann. ein kleines chinesiches mädchen, welches noch nie zuvor mit ausländern kontakt hatte, verliebte sich ein wenig in fabi und brachte ständig kleine zettelchen mit englischen oder auch chinesischen sätzen vorbei.


wir sollten um 2.00 uhr morgens panzhihua erreichen, wo wir dann mit dem bus nach lijang fahren wollten. eine nette chinesin die wir im zug kennengelernt hatten, nahm uns mit dem auto mit und fuhr uns zum busbahnhof. dieser hatte leider noch geschlossen und sollte erst um 6.00 uhr öffnen. fabi und ich beschlossen einfach ein paar stunden vor dem bahnhof zu pennen, bis der bahnhof öffnen sollte. nach ein paar stunden wurden wir von einem taxifahrer geweckt, der zwei chinesiche touristen nach lijang fahren wollte. da sein preis nur unwesentlich höher war, als die busticktes fuhren wir mit und erreichten am frühen nachmittag endlich lijang. yes - wir hatten die nächste provinz yunnan erreicht!!!



am busbahnhof angekommen erwischten wir noch einen bus, der uns nach qiaotou einen kleinem ort gelegen an der tigersprungschlucht brachte. am nächsten tag wollten wir nun die tigersprungschlucht durchwandern.
der legende nach soll ein tiger die schlucht an ihrer engsten stelle über einen felsblock in der flussmitte mit zwei sprüngen überwinden können. misst man den höhenunterschied vom tiefsten punkt zum höchsten, ist sie mit rund 3.900 m höhenunterschied die tiefste Schlucht der Welt. in ihrem tal fließt der yangziriver als wilder gebirgsfluss auf einer höhe von ca. 1800 m über dem meeresspiegel beim eintritt in die schlucht und ca. 1600 m beim austritt. die höchsten punkte bilden mit 5596 m der gipfel des jadedrachen-schneeberg auf der ostseite und mit 5396 m der gipfel des haba xueshan auf der westseite.



an unserem anreisetag schüttete es noch in strömen, aber am nächsten morgen hatten wir bei unserer 12 stündigen wanderung durch die schlucht strahlend blauen himmel und klare sicht auf die umliegenden, teilweise von schnee bedeckten berge. auch wenn die wanderung teilwise echt hart und anstrengend war, hatten wir einen unfassbar schönen tag und waren von der landschaft absolut begeistert.


obwohl auch die schlucht eine berühmte sehenswürdigkeit ist, trafen wir bis auf ein paar mädels niemanden auf dem wanderweg. auf dem pfad passierten wir dicke hanf-büsche und bekamen von einer frau auch direkt was angeboten, die uns vorschlug den weg an zwei tagen zu bewältigen und auf dem gipfel des weges gemütlich bei einer tüte den sonnenuntergang zu bestaunen...hahaha - ein kleines packet für ca. 2 euro. dakend lehnten wir ab und zogen nur mit einem snickers weiter.


auf dem weg mussten wir einige wasserfälle passieren, die durch den starken regen die wanderwege blockierten. ziemlich gruselig bei den steilen klippen ohne zeune. aber auch das haben wir zwar mit nassen füßen, aber ohne abstürze gemeistert. wir verbrachten den abend am anderen ende der schlucht und fuhren am nächsten tag erst mit dem taxi nach qiaotou und dann mit dem bus nach dali.



















Emai Shan 13.07. - 17.07. 2011

am 13.07. verließen wir immer noch überwältig von tin tins freundlichkeit leshan und fuhren mit amnon und tan zum emaishan. der emaishan ist ca. 3.200 m hoch und soll eins der highlights bei jedem chinareisenden sein - da wir nun quasi um die ecke waren wollten wir das natürlich sehen!



am nächsten morgen brachen wir um 5.30 uhr auf und begannen die unzähligen stufen richtung spitze zu erklimmen. wie alle natürlichen sehenswürdigkeiten in china ist auch der emaishan vollkommen touristisch erschlossen. bis zur spitze führen wanderwege und unzählige stufen. zwischendurch kommt man an vielen kleinen retsaurants vorbei. einen berg in der wildnis besteigen sieht echt anders aus. wir liefen am ersten tag 12 stunden die ganze zeit steil berg auf.


von der umgebung hatte man wirklich nicht viel, da es sehr nebelig war. zudem erschwerten die auf dem berg lebenden affen einem den aufstieg. als wir bei einer kleinen pause unsere kekse rausholten wurden wir promt von zwei zähnefletschenden affen angegriffen, die uns unsere beiden flaschen wasser und unsere packung kekse abnahmen. sie versuchten sogar meinen rucksack zu klauen...


wir liefen panisch weiter und wurden direkt von zwei weiteren affen umzingelt - man, die fiecher sind echt gruselg. zum glück hatten wir einen bambus-stock dabei, den ich am anfang des tages von zwei chinesinen (die uns probierten vorzuwarnen) geschenkbekommen hatte. mithilfe des stocks konnte wir dann die affen vertreiben und flogen adrinaliengepushed die nächsten stufen förmlich hoch. beim nächsten stop trafen wir tan, amnon und zwei amerikaner die auch schon auf die agressiven affen gestoßen waren wieder. wir erzählten uns gerade unsere horrorgeschichten, als sich der eine amerikaner gedankenversunken eine erdnusstüte auspackte und diese zu öffnete. direkt kam ein wirklich großer affe aus den bäumen gesprungen, flitzte direkt in unsere mitte und grabtschte sich die erndüsse. der affe hat uns die ganze zeit beobachtet und den richtigen moment abgepasst bis er uns angriff.


angst oder scheu zeigte er so gar nicht. wir waren alle mit stöckern und keulen bewaffnet hatten aber keine chance. viele chinesen die uns begegneten hatten zwillen, davor und vor schaufeln hatten die affen angst - sonst vor nix! den rest des weges versuchten wiruns in einer größeren gruppe und mit unseren dicken knüpeln und stöckern bewaffnet den weg durch die affenhorden zu bahnen - zum glück ohne weitere schlimme zwischenfälle.


gegen 20.00 uhr trafen wir bei einem kloster ein, das uns für die nacht als schlafplatz diente. ohne das ständige anstrengende bergauf-gehen wurde es nun echt kalt und wir mussten mit pullis und mützen schlafen. am nächsten tag brachen wir um 4.00 uhr morgens zum letzten stück auf, um uns den als spektakulär bezeichneten sonnenaufgang anzugucken. nach ca. 2 stunden stufensteigen kamen wir auf der spitze an auf dem eine riesengroße goldene stupa und ein kloster steht. gespannt standen wir vorm abgrund des berges und schauten richtung osten, wo sich almählich der himmel rot und geld färbte. nach 30 minuten standen wir da immer noch, um uns rum war es beriets hell, die sonne und der uns versrochene großartige sonnenaufgang waren nicht zu sehen. was für ein flop! insgesamt 14 stunden steil-berg-auf-laufen und dann keine belohnung. ein bisschen enttäuscht fuhren wir mit dem bus zurück in die stadt - den ganzen weiten weg runterzugehen wollten nun wirklich niemand mehr von uns.



die nächsten zwei tage hingen wir hauptsächlich in unserem zimmer ab, kamen wieder zu kräften und verdauten unseren frust. die abende verbrachten wir mit bier-trinken und bbq essen mit anderen reisenden.